Nachwachsende Rohstoffe

Unter dem Begriff „Nachwachsende Rohstoffe“ versteht man organische Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs (größtenteils originär oder unmittelbar aus der land- und forstwirtschaftlichen Produktion stammend), die vom Menschen ganz oder in Teilen, außerhalb des Nahrungs-, Genussmittel- und Futterbereiches, stofflich oder energetisch genutzt werden. Dabei macht man sich Synthesevorleistungen der Natur zu Nutze.

Stoffliche Nutzung

In Deutschland werden etwa zwei Drittel der produzierten nachwachsenden Rohstoffe stofflich, d. h. industriell genutzt. Dabei handelt es sich um Materialien wie z. B. Holz, Pflanzenfasern, tierische Fasern, Leder sowie pflanzliche und tierische Bestandteile wie z. B.  Cellulose, Hemicellulose, Lignin, Öle, Fette, Zucker, Stärke, Proteine und andere chemische Grundstoffe.

Trotz dieses hohen Verwendungsanteils erfährt die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe  im Vergleich zur energetischen Nutzung bislang noch allgemein eine geringere Aufmerksamkeit. Dies liegt u.a. daran, dass sich die energetische Nutzung übersichtlich auf wenige Produktlinien beschränkt, während die Nutzungsmöglichkeiten im stofflichen Bereich kaum überschaubar sind und sich vielfach auch auf sehr spezielle Anwendungsnischen mit hoher Wertschöpfung erweitern.

Viele nachwachsende Rohstoffe finden schon seit jeher Verwendung in unserem täglichen Leben, sei es als Baustoff, Textil, Papier oder Arzneimittel. Einige davon verloren durch die Etablierung fossiler Rohstoffe an Bedeutung und erfahren heute, oft in modifizierter Form, wieder eine zunehmende Aufmerksamkeit. Darüber hinaus wird der Kreis der nutzbaren Pflanzen, der aus ihnen zu gewinnenden Rohstoffe sowie deren Verwendungsmöglichkeiten immer größer. So finden heute nachwachsende Rohstoffe u. a. in der Chemie, der Kunststoff-, Automobil- und der Kosmetikindustrie zunehmend Einsatzmöglichkeiten, mit denen sich vielfach bislang verwendete fossile Rohstoffe substituieren lassen. Neben der fossilen und mineralischen Rohstoffschonung sprechen aber auch vielfach neben ökologischen Gesichtspunkten auch qualitative und ökonomische Aspekte für eine stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe
Hierbei wird gleichzeitig auch ein erheblicher Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz geleistet. 

Die nachfolgende zum Download bereitgestellte Tabelle gibt einen groben Überblick über die verschiedenen Materialien nachwachsender Rohstoffe bzw. ihrer relevanten Inhaltsstoffe und deren Einsatzmöglichkeiten.

>> Tabelle "Materialien Nachwachsender Rohstoffe"

Bei speziellen Fragestellungen nehmen Sie bitte Kontakt zu unserem Mitarbeiter Klaus Diehl auf.